18.5.2012 3:37

Willkommen bei AUF Baden-Württemberg

Auf dieser Seite informieren wir Sie über die Aktivitäten des Landesverbandes der AUF-Partei Baden-Württemberg.

Herzlich willkommen !

 

Landesparteitag am 24. März in Böblingen

Die Kinder in Aktion
Volker Kempf (FB) testet die Bewegungslandschaft

Unser neu gewählter Landesvorstand

Mit herzlichem Dank für ihre Arbeit in den letzten beiden Jahren wurden auf dem Landesparteitag in Böblingen am 24. März der bisherige Vorsitzende Kuno Gerst aus Kirchheim/Teck und weitere Vorstandsmitglieder verabschiedet. Neben Kuno Gerst waren Bogdan Mulec (Holzgerlingen), Helmut Staiger (Kirchheim/Teck) und Hilde Stöber (Iffezheim) bisher im Vorstand tätig. Neu wurde als Vorsitzender Dr. Andreas Weidling (Böblingen) sowie als sein Stellvertreter Friedemann Hetz (Weinstadt) und als Beisitzerin Helga Boch (Friedrichshafen) gewählt. Christoph Scheel setzt seine Arbeit als Schatzmeister fort, Kassenprüfer bleibt Erich Stark, ergänzt durch Kuno Gerst (beide Kirchheim/Teck).

Familienfreundlicher Landesparteitag

Besonderen Wert haben wir beim Landesparteitag darauf gelegt, dass sich Familien Willkommen fühlen. Davon wurde reger und freudiger Gebrauch gemacht. Die Bilder zeigen die Kinder in der Bewegungslandschaft „Paladion“. In einem Nebenraum wurde gebastelt, ein Film gezeigt und Spiele gemacht. Das Kinderprogramm kam gut an und soll künftig wiederholt werden.

AUF-Partei bilanziert Grün-Rot

In einer regen Debatte verabschiedete der Landesparteitag einen vom Vorstand eingebrachten Leitantrag und folgte dabei der von Dr. Walter Weiblen (Weissach) ausgearbeiteten Weiterentwicklung. Kernpunkt ist die Darstellung der „zukunftsorientierten Familienpolitik von AUF als moderne Alternative zur rückwärtsgewandten sozialistischen Grün-Roten Familienpolitik“. Darüber hinaus wird eine konsequente Rückführung der Schulden sowie der Schutz des ungeborenen Lebens gefordert.

Europa – Ausverkauf christlicher Werte?

Mehrere Redner der vom TV-Moderator Michael Ragg auf dem Landesparteitag kompetent geleiteten Podiumsdiskussion kritisierten, dass sich die EU weit von christlichen Werten entfernt habe. Beispiele seien Korruption und Überschuldung, die Formulierung eines „Rechts auf Abtreibung“, die Aushöhlung von Familie und christlichem Ehebegriff, die Abschaffung des Gottesbezugs in der Verfassung, die Bevorzugung der Palästinenser gegenüber Israel sowie das fehlende Einfordern von Glaubens- und Religionsfreiheit speziell in der Türkei und anderen Ländern des Nahen Ostens. „Jesus Christus“, so Ragg, sei „Kern europäischer Identität.“ „Nur aus dieser Wurzel“, so der Moderator zusammenfassend, „kann sich Europa erneuern“.

Was ist Gender-Mainstreaming? Und was heißt das für ein Grün geführtes Bundesland?

Im Folgenden wird der Artikel „Was ist Gender-Mainstreaming“ von Gabriele Kuby und Dr. Markus Widenmeyer wieder gegeben. Er ist bereits in der Sommerausgabe des Infobriefs der AUF-Partei erschienen. Dieser hat für uns in Baden-Württemberg als erstem Grün geführtem Bundesland eine ganz besondere Bedeutung. Nach dem im Landtagswahlprogramm formulierten Willen der Grünen soll Baden-Württemberg nun ein „Vorreiter der  Gleichstellung“ (S.200) werden.

Im Folgenden seien aus den vielen Stellen im Programm der Grünen nur zwei zitiert, um die aktuelle Bedeutung des Artikels „Was ist Gender-Mainstreaming“ für unser Bundesland aufzuzeigen. Zitiert wird aus der Version, die hier heruntergeladen werden kann. Stand 17.11.2011.

Wir distanzieren uns ausdrücklich von den Inhalten dieses Links und zitieren ihn als Kontrast zu unserer eigenen Position.

„Auf der landespolitischen Ebene wollen wir mit dem Instrument des Gender Mainstreaming – einer Art Gleichstellungsverträglichkeitsprüfung – dafür sorgen, dass alle Entscheidungsprozesse innerhalb der Landesbehörden bis hinunter zu den Gemeindeverwaltungen hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf die Gleichstellung von Frauen und Männern geprüft werden.“ (S. 178)

„Die Gleichstellung von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgendern, transsexuellen und intersexuellen Menschen muss auch im Grundgesetz verankert werden. Daher fordern wir weiterhin eine Initiative auf Bundesratsebene, die sich für die Aufnahme der sexuellen Identität in Artikel 3 des Grundgesetzes einsetzt.“ (S. 198)

Und nun der Artikel selbst:

Was ist Gender-Mainstreaming?

 

Gender-Mainstreaming (GM) ist ein Programm, das darauf abzielt, die Natur des Menschen grundlegend zu verändern. Neben dem Nationalsozialismus und dem orthodoxen Sozialismus ist Gender Mainstreaming die dritte große, gegenchristliche, gesellschaftlich-politische Ideologie. Die drei Ideologien sind eng verwandt und teilen folgende Grundthesen:

  • Atheismus, Werte- und Wahrheitsrelativismus:
    Es gibt keinen Gott und folglich keine objektive Ethik und Wahrheit. „Werte“ und „Wahrheit“ werden entsprechend der politischen und sozialen Ziele festgelegt und oft für verbindlich erklärt.
  • Gesellschaftskritik:
    Es gibt in der Gesellschaft Instanzen, die für behauptete, große gesellschaftliche Übel verantwortlich gemacht werden und zu bekämpfen sind. Dies sind für den Sozialismus das Bürgertum, für den Nationalsozialismus das Judentum und für Gender-Mainstreaming das „Patriarchat“ und das natürliche Menschenbild von Mann und Frau. Alle drei Ideologien haben ebenso im tradierten beziehungsweise biblischen Christentum ein gemeinsames Feindbild.
  • Utopie:
    Ein zukünftiger Zustand einer verbesserten Menschheit ist durch politische Zwangsmaßnahmen und Umerziehung der Bevölkerung herzustellen.

    Gender-Mainstreaming greift an den Wurzeln der menschlichen Identität als Mann und Frau an: Das biologische Geschlecht („sex“) als Mann und Frau dürfe in der Gesellschaft keine Rolle spielen. Dieses sei ein bloßes Konstrukt einer männlich-dominierten, heterosexuellen und christlichen Kultur, welche beschuldigt wird, insbesondere Frauen und Personen mit anderen „sexuellen Orientierungen“ durch Ungleichbehandlung großes Unrecht anzutun.

    Gender-Mainstreaming attackiert die Werte von Ehe und Familie und die Ethik der natürlichen, zweifaltigen Geschlechtlichkeit. Es attackiert die Schöpfungsordnung und das Menschenbild der meisten Kulturen.

    Nach Gender-Mainstreaming ist das biologische Geschlecht („sex“) durch ein rein soziales Geschlecht („gender“) zu ersetzen. Dieses ist nicht natürlich festgelegt, sondern sozial konstituiert und vom Individuum selbst zu wählen. Ein anderer Ausdruck für „Gender“ ist „sexuelle Identität“ oder „sexuelle Orientierung“.

    Die Gender-Auffassung besagt, dass es viele solcher generell gleichberechtigter „sexueller Orientierungen“ gäbe. So zum Beispiel: „Schwul“, „lesbisch“, „bisexuell“ oder „transgender“. Politisches Ziel ist die absolute soziale Gleichheit aller „sexueller Orientierungen“.

    Gender-Mainstreaming ist im Wesentlichen mit dem Feminismus identisch und leidet wie dieser an verschiedenen Widersprüchen:

    • Einerseits wird jede soziale Relevanz des Männlichen und Weiblichen geleugnet. Unterschwellig existiert jedoch eine Feindlichkeit gegen alles Männliche („Patriarchat“).

    • Während die Flexibilität und Wählbarkeit der geschlechtlichen Orientierung behauptet wird, wird die Möglichkeit des Wandels von der Homo- zur Heterosexualität aggressiv geleugnet.

    • Therapeutische Angebote für Menschen, die unter ihrer Homosexualität leiden, werden bekämpft und diffamiert. 1


Ursprung der Ideologie
Wichtigster Ursprung des Gender Mainstreaming ist die marxistische Gesellschaftskritik, welche traditionellen Werten und Institutionen unterstellt, für grundlegende gesellschaftliche Übel verantwortlich zu sein. Friedrich Engels, der Weggefährte von Karl Marx, schrieb:
„Der erste Klassengegensatz, der in der Geschichte auftritt, fällt zusammen mit der Entwicklung des Antagonismus von Mann und Weib in der Einzelehe und die erste Klassenunterdrückung mit der des weiblichen Geschlechts durch das männliche.“ 2

Auf dieser Grundlage greift die Feministin Simone de Beauvoir das bisherige Menschenbild an der Wurzel an, indem sie schlicht seine Voraussetzung leugnet, nämlich die Existenz einer natürlichen Geschlechtlichkeit: „Man kommt nicht als Frau zur Welt, man wird es.“ 3

So absurd diese These ist, sie hat die Nachwelt extrem verändert. Ein zentrales Feindbild ist die Mütterlichkeit der Frau: De Beauvoir forderte, die Frau müsse „der Sklaverei der Mutterschaft“ entfliehen, die eine jahrtausendelange Unterdrückung der Frau bedeutet hatte. De Beauvoir sprach vom Kind im Mutterleib als von einem „Parasiten“ - und wählte damit dieselbe unsägliche Sprache, welche die Nationalsozialisten gebrauchten, um das vermeintlich lebensunwerte Leben zu entmenschlichen. De Beauvoir richtete in ihrem Pariser Salon eine erste Abtreibungsklinik ein.

Die politisch-gesellschaftliche Implementierung des Gender Mainstreaming ist eine „Top-down“-Revolution, die der Bevölkerung von den Vereinten Nationen über die Europäische Union  und schließlich durch die nationalen Regierungen mittels gezieltem Missbrauch des Staates aufgeprägt wird. 4


Gezielte Veränderung unserer Sprache
Durch Veränderung der Sprache soll das Denken der Bevölkerung von der „bipolaren hierarchischen Geschlechterordnung“ zu einer „gleichwertigen und gleichberechtigten Geschlechtervielfalt“ gebracht werden. Die Vierte Weltfrauenkonferenz der Vereinten Nationen in Peking konnte durchsetzen, dass der Ausdruck „sex“ durch „gender“ ersetzt wurde.5
Weitere Beispiele von Sprachmanipulation sind die Ersetzung von „Studenten“ durch „Studierende“, der Verzicht auf das generische Maskulin (z.B. „Bürgerinnen und Bürger“ statt „Bürger“) oder, neuerdings, der Ausdruck „das Elter“ statt „Mutter“ oder „Vater“.

Schaffung neuer Gesetze
Eine weitere Maßnahme ist die Schaffung neuartiger Gesetze. Als Beispiel sei das „Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz“ genannt, das die „Diskriminierung“ jedweder „sexuellen Identität“ strafrechtlich verbieten will, flankiert von propagandistischen Maßnahmen durch Medien und Universitäten.

Die deutsche Politik hat Lehrstühle für „Gender-Studies“ und ein „Gender-Kompetenzzentrum“ errichtet.6 Die natürliche Verschiedenheit und Entsprechung von Mann und Frau sollen eingeebnet oder geleugnet werden. Die damit verbundenen, unterschiedlichen gesellschaftlichen Rollenverteilungen werden aktiv politisch und propagandistisch bekämpft.

Politik gegen Familien
Die Politik fordert Krippenplätze durch Steuergelder, während Familien finanziell benachteiligt und Mütter zur Berufstätigkeit gedrängt werden. Feministinnen fordern eine 50/50-Quotenregelung für Frauen, jedoch nur für Führungspositionen. Konkret: Frauen sollen in die Chefetagen, Männer in den Haushalt, Kinder in die Krippe. So werden Familie und Mutterschaft ausgehöhlt!

Gezielte Umerziehung
Kinder werden der gender-konformen Umerziehung durch staatlich kontrollierte Einrichtungen ausgeliefert. Letztlich strebt der Feminismus so eine Vorherrschaft des Weiblichen in der Gesellschaft an („Gynokratie“) 7. Die Ziele sind weitgehend identisch mit den Forderungen der Marx-Engels’schen Lehre:

  1. Die Abschaffung der Familie.

  2. Die gleichartige Eingliederung von Mann und Frau in den Arbeitsprozess.

  3. Die öffentliche beziehungsweise kollektive Kindererziehung.

Eine weitere, tiefgreifende Maßnahme ist die Entkoppelung der Sexualität des Menschen von seiner Fortpflanzung und von Ehe und Familie, propagiert als „sexuelle Befreiung“.

Abtreibung wird, besonders perfide, zu einem „Menschenrecht“ erklärt. Darüber hinaus soll Sexualität als wirkungsvolles Instrument zur Umerziehung des Menschen dienen, welche schon im Kindesalter ansetzen soll. In einer „Anleitung zur Handhabung der Rahmenrichtlinien für Sexualkunde in Hessen“ lesen wir:

 „Wir brauchen die sexuelle Stimulierung der Schüler, um die sozialistische Umstrukturierung der Gesellschaft durchzuführen und den Autoritätsgehorsam einschließlich der Kinderliebe zu ihren Eltern gründlich zu beseitigen“ 8


Verfolgung politisch Andersdenkender
Durch mediale Manipulation zusammen mit genderkonformer Gesetzgebung werden alle Formen sexuell unethischen Verhaltens mit der Ehe gleichgestellt. Das Grundgesetz (Art. 6), das klar formuliert: „Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutz der staatlichen Ordnung“, wird gezielt unterlaufen. Die Privilegierung der Heterosexualitat als Voraussetzung von Ehe und Familie wird mittels massenwirksamer Propaganda als „Homophobie“ diffamiert und mit „Rassismus“ gleichgesetzt. Andersdenkende werden politisch verfolgt.

Die heutige Situation
Bereits 1971 hat die SPD-geführte Regierung gegen die Bevölkerungsmehrheit das Pornographieverbot aufgehoben. Die Rot-Grüne Regierung, die 1998 an die Macht kam, hat „Gender-Mainstreaming […] als durchgängiges Leitprinzip und Querschnittsaufgabe festgelegt.“ 9 Die CDU-geführten Regierungen setzten dies fort, jedoch oft als „Gleichstellung“ getarnt. Der vorige baden-württembergische Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) berief die Gender-Ideologin Regina Ammicht-Quinn zur Staatsrätin für gesellschaftliche Werteentwicklung. Susanne Baer, ehemalige Direktorin des Genderkompetenzzentrums an der Humboldtuniversität zu Berlin wurde zur Verfassungsrichterin auf Lebenszeit ernannt. Gender-Mainstreaming wird von Vereinten Nationen, Europäischer Union und nationalen Regierungen mit Milliarden Dollar und allen Mitteln der politischen Manipulation durchgesetzt. Der erste weltweite Totalitarismus bahnt sich an. Grundrechte werden missachtet. Jungen in den Schulen und Männer an Universitäten werden systematisch benachteiligt. Durch eine Gender-konforme Sexualerziehung werden Kinder gezielt und politisch gewollt sexuell stimuliert.10

Anschläge auf Meinungsfreiheit
Es mehren sich in Deutschland die Fälle, in denen Eltern, die ihre Kinder vor der sexuellen Beeinflussung der Schulen schützen wollen, inhaftiert werden.11
Der englische Bischof Anthony Priddis wurde zu einer Umerziehungsmaßnahme und einer Strafe von 63.540 Euro verurteilt, weil er einen homosexuellen Bewerber für die kirchliche Jugendarbeit nicht eingestellt hat.12 Politiker, die Gender-Mainstreaming nicht akzeptieren, werden massiv diffamiert und bekämpft: Professor Rocco Buttiglione wurde aufgrund seines christlichen Menschenbildes erfolgreich davon abgehalten, sein Amt als EU-Kommissar anzutreten. Der französische Parlamentarier und Philosoph Christian Vanneste wurde wegen seiner sexualethischen Überzeugung zu einer Geldstrafe von 12000 EUR verurteilt.

Fazit
Wir müssen uns darüber klar sein, dass wir uns nicht mehr in einem demokratischen Rechtsstaat befinden, wie er im Grundgesetz von 1949 festgeschrieben wurde. Es ist unsere Pflicht, unsere Mitbürger über Gender-Mainstreaming aufzuklären. Auch unseren nichtchristlichen Mitbürgern sollten wir uns als die grundgesetztreue, politische Kraft empfehlen. Hierzu ist es sinnvoll und notwendig, mit allen grundgesetztreuen Gruppierungen guten Willens zu kooperieren.

Gabriele Kuby
Dr. Markus Widenmeyer



Fußnoten
1. Einige nicht ausdrücklich zitierte Passagen sind einschlägigen Texten und Büchern von Gabriele Kuby entnommen, u. a.: Die Gender-Revolution, Relativismus in Aktion, fe-medien, Kisslegg 2006; Verstaatlichung der Erziehung - Auf dem Weg zum neuen Gender-Menschen, fe-medien, Kisslegg, 2007.
2. Friedrich Engels, Der Ursprung der Familie, des Privateigentums und des Staats. Höttingen/Zürich 1884, S. 52.
3. Simone de Beauvoir: „Das andere Geschlecht“, Reinbek 1968, Franzosische Originalausgabe 1949.
4. Volker Zastrow: „Gender Mainstreaming – Politische Geschlechtsumwandlung“, FAZ, 19.6.2006. Ders.: „Der kleine Unterschied“, FAZ, 7.9.2006.
5. Dale O Leary: „The Gender Agenda“.
6. http://www.genderkompetenz.info/
7. Bspw. Barbara Holland-Cunz, 1988, „Utopien der neuen Frauenbewegung“.
8. Prof. Gamms, Handbuch für Lehrer (Zitiert nach: Z-Magazin 3/2011, S.26).
9. http://www.bmbf.de/de/532.php.
10. Späth und Aden, „Die missbrauchte Republik - Aufklärung über die Aufklärer“, Inspiration Un Limited, Hamburg/London (Oktober 2010).
11. http://www.medrum.de/?q=content/inhaftierungswelle-geht-weiter
12. www.cbfw.de

 

 

Baden-Württemberg hat gewählt

Kuno Gerst

Die AUF-Partei ist erstmalig in 15 Wahlkreisen bei der baden-württembergischen Landtagswahl angetreten. Die Kandidaten konnten in diesen 15 Wahlkreisen zwischen 0,6 und 1,6 % erzielen. Im Durchschnitt erhielt die AUF-Partei in diesen Wahlkreisen knapp 1 %. Besonders gut haben die Orte Untermünkheim (Hohenlohe) mit 4,1 % und Neubulach (Calw) mit 3,6 % abgeschnitten. Die Ergebnisse liegen im Rahmen der Erwartungen.

Für die AUF-Baden-Württemberg hat die Wahlkampagne neben der programmatischen Arbeit insbesondere einen großen Mitgliederzuwachs gebracht: So ist es innerhalb eines Jahres gelungen, die Mitgliederzahl mehr als zu verdoppeln auf jetzt ca. 160 Mitglieder.

Die Landtagswahl war zunächst von Stuttgart 21 geprägt und wurde dann vom japanischen Reaktorunfall in Fukushima überschattet. Der Wahlkampf wurde insbesondere von den Grünen außerordentlich polarisierend und teilweise aggressiv geführt. Entsprechend ist die Wahlbeteiligung von 53 % (2006) auf jetzt 66 % angestiegen. Für die AUF-Partei waren dies besonders schwierige Umstände, denn viele potentielle wertkonservative Wähler haben im Gespräch mit unseren Kandidaten bereits im Vorfeld angekündet, nochmals CDU zu wählen, um eine rot-grüne bzw. grün-rote Regierung zu verhindern.

Dies ist jedoch nicht gelungen. Die CDU ist mit 39 % zwar mit Abstand stärkste Kraft geworden. Entgegen üblicher demokratischer Gepflogenheiten, nach denen der stärksten Partei der Regierungsauftrag zukommt, wollen jedoch erstmals die Grünen mit etwa 24 % den Ministerpräsidenten stellen und mit der SPD (23 %) eine grün-rote Koalition bilden.

Christen und Wertkonservative sollten sich nichts vormachen: Die CDU hat in den letzten Jahrzehnten in den meisten Politikfeldern rot-grüne Positionen übernommen und entsprechend christliche Werte aufgegeben: Beispiele sind Themen wie die vorgeburtliche Kindstötung und andere bioethische Fragen, die Relativierung der Ehe zwischen Mann und Frau, die Förderung von Ganztagesschulen und Kinderkrippen, die Frauenquote sowie die politische Fortführung des radikalfeministischen Gender-Mainstreamings. Mappus berief zum Beispiel die Gender-Mainstreaming-Aktivistin Regina Ammicht-Quinn zur Staatsrätin für gesellschaftliche Werteentwicklung.

Grün-Rot wird diese Entwicklungen in Baden-Württemberg vermutlich mit wesentlich mehr Nachdruck weiter vorantreiben. Die erste von den Grünen geführte Landesregierung könnte ein weiterer, möglicherweise epochaler Schritt weg von christlichen Werten sein. Dies war vermutlich vom Wahlvolk nicht beabsichtigt, jedoch hat die Angst vor der Atomkraft bei ausreichend vielen Wählern alle anderen Aspekte in den Hintergrund rücken lassen. Die möglichen Folgen dieser Wahl werden die Menschen in Baden-Württemberg zu tragen haben. Zumindest in der Demokratie dürfte der Satz von Joseph Marie de Maistre zutreffen: „Jedes Volk hat die Regierung, die es verdient".


Kuno Gerst
Landesvorsitzender AUF-Baden-Württemberg
Kontakt: Kuno.Gerst(at)AUF-Partei(dot)de

Wahlergebnisse der AUF-Kandidaten

In insgesamt 15 Wahlkreisen sind Kandidaten der AUF-Partei bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg angetreten.

vorläufige Ergebnisse der AUF-Kandidaten laut Landeswahlleiter:

Nr

Wahlkreis

Kandidat

Ergebnis in % und absolut

05

Böblingen

Dr. Markus Widenmeyer

1,1 % ; 915

06

Leonberg

Dieter Burr

1,0 % ; 911

08

Kirchheim

Kuno Gerst

0,9 % ; 729

13

Vaihingen

Franziska Weiblen

0,8 % ; 682

15

Waiblingen

Christoph Hufen

0,6 % ; 420

16

Schorndorf

Friedemann Hetz

0,7 % ; 451

17

Backnang

Volker Bäßler

1,0 % ; 622

21

Hohenlohe

Elisabeth Burr

1,4 % ; 869

30

Bretten

Christoph Scheel

0,9 % ; 647

32

Rastatt

Berthold Jung

1,0 % ; 683

33

Baden-Baden

Berthold Jung

1,1 % ; 630

43

Calw

Dr. Andreas Weidling

1,6 % ; 1183

48

Breisgau

Hildegard Stöber

0,8 % ; 620

62

Tübingen

Dr. Andreas Weidling

0,6 % ; 589

64

Ulm

Mario Böhme

0,6 % ; 470


Gesamtstimmen: 10.421 ; 0,2 %

ausführliches vorläufiges Gesamtergebnis (Statistisches Landesamt)

 

Warnung vor „falschen Propheten“ in der Politik Wahlkampfabschluss der AUF-Partei im Wahlkreis Breisgau / Kritik an den Altparteien

Dr. Markus Widenmeyer

Mit dem Thema „Das politische Versagen der Großparteien – Neue Konzepte für eine freiheitliche Demokratie" war Markus Widenmeyer als stellvertretender Bundesvorsitzender der AUF–Partei am Samstag, den 19. März, nach Kandern gekommen. Der promovierte Chemiker und Philosoph, der im Wahlkreis 05 (Böblingen) AUF-Kandidat für die Landtagswahl ist, erläuterte zunächst, was ein „politisches Versagen" sei, indem er eine Analogie zum Sport herstellte: Wenn ein in einen Wettskandal verwickelter Torwart einen Ball absichtlich nicht gehalten habe und dessen Mannschaft deshalb verlor, so hatte er aus Sicht der am Wettskandal beteiligten Personen nicht versagt. Der Sinn des Spieles sei in diesem Fall aber „verraten" worden. In der Politik liege der Fall ähnlich. Die Spielregeln, wie sie das Grundgesetz vorgeben, würden immer mehr entwertet. Selbst um Artikel 1 Grundgesetz „Die Würde des Menschen ist unantastbar" sei es nicht gut bestellt. Besonders deutlich sei das bei den durch Steuergelder mitfinanzierten Spätabtreibungen, die „unschuldige Opfer heimtückisch und grauenhaft" treffen. Die in den letzten 40 Jahren immer einseitiger handlungsleitenden atheistischen Welt- und Menschenbilder hätten auch „Kaputte Familien, sexuelle Entgleisungen und Süchte" mit sich gebracht. Wer vor diesem Hintergrund wieder mehr Wert auf Würde und Sitte lege, dürfe zwar die Kantsche Moralphilosophie auf seiner Seite wissen, werde heute aber oft als „Moralist" bezeichnet, obwohl dieser Vorwurf selbst schon moralistisch sei.

Es sei vielen gar nicht klar, dass heute das von den Antichristen Karl Marx und Friedrich Engels erträumte Werk, die Familie als Grundübel einer „kapitalistischen Gesellschaft" zu zersetzen, fortgeführt werde. Die neueste familienfeindliche Ideologie sei ein „Radikalfeminismus", der heute „Gender Mainstream" laute, eine Geschlechtervereinheitlichung herstellen wolle und dafür auch die biologischen Unterschiede von Mann und Frau ignoriere. Das werde von der EU ausgehend an den Parlamenten vorbei umgesetzt. Sogar Ministerpräsident Stefan Mappus habe mit Regina Ammicht Quinn eine „radikale Gender-Mainstream-Vertreterin" als für Wertefragen zuständige Staatssekretärin berufen.

In diesen „Zeiten der Verwirrung" wolle AUF auf familiäre Eigenverantwortung setzen. Dazu gehöre eine leichtere Wahlmöglichkeit zwischen staatlichen und privaten Schulen und Hochschulen. Das sei auch eine Frage des Geldes. Eltern sollten ein Elterngeld erhalten, mit dem sie Gebühren für die von ihnen ausgesuchten Schulen und Hochschulen entrichten, so daß der Staat nicht allein über die Geldflüsse für die Bildungseinrichtungen entscheide. Das bringe mehr weltanschauliche Pluralität mit sich, also mehr Demokratie. Auch Bürger- und Volkentscheide seien wichtig. Doch warnte Widenmeyer hier vor den Grünen als den „falschen Propheten", die mit diesem Thema werben, wo es ihrer Ideologie entgegen komme, ansonsten „nicht daran denken das Volk zu befragen oder es sogar – wie im Falle einer Abstimmung in der Schweiz gegen Minarette – beschimpfen".

Auch die Medien wurden mit kritischen Anmerkungen bedacht. Es bedürfe einer Gesetzesinitiative, beim Spannungsverhältnis von Meinungsfreiheit und Ehrschutz wieder letzterem mehr Gewicht zu verleihen. Um diese Notwendigkeit zu illustrieren, nannte Widenmeyer den Umgang der Medien mit Eva Herman, die Prozesse wegen ehrverletzenden Behauptungen gewonnen habe, doch sei das eine Meldung nur am Rande geblieben. Herman zählt zu den Unterstützern von AUF und ist schon bei mehreren AUF-Veranstaltungen aufgetreten.

 

AUF bei Demo zum Atomausstieg

Am 20. März gaben Mitglieder der AUF-Partei Breisgau der Forderung nach einem Ausstieg aus der Atomkraftnutzung auf einer Demonstration in Neuenburg am Rhein sichtlich Ausdruck. Dabei wurde nicht nur der Ausstieg aus der AKW-Nutzung in Deutschland mit gefordert, sondern auch die Stillegung des grenznahen Meilers in Fessenheim - dem ältesten Atomkraftwerk Frankreichs, das eine Laufzeitverlängerung erhalten soll.

In dem am 2. Oktober 2010 von AUF Baden-Württemberg beschlossenen Landtagswahlprogramm heißt es hierzu bereits: "Die unbefristete Nutzung der Atomkraft ist unverantwortlich. Der Ausstieg aus der Atomkraft sollte auch gegenüber den Nachbarstaaten (z.B. Frankreich) eingefordert werden."

Nach Polizeiangaben nahmen 7.500 Menschen in Neuenburg am Rhein an der trinationalen Kundgebung teil.

 

„Auf tragfährige Werte bauen“ AUF-Bundesvorsitzender kritisiert Werteverfall in der Politik / Größere Wertschätzung der Familien gefordert

Dieter Burr (Weissach)

Mit dem Thema „Das Versagen der Großparteien – Neue Konzepte für Familien braucht das Land" war Dieter Burr als Bundesvorsitzender der AUF-Partei am 11. März 2011 nach Ihringen gekommen. Er begann mit einem Blick auf eine der Großparteien, die CDU, deren Grundsatzprogramm von 1994 er noch in familienpolitischer Hinsicht einiges abgewinnen könne, wenn es zur Familie heiße: „Die Ehe ist das Leitbild der Gemeinschaft von Mann und Frau und die beste Grundlage für die gemeinsame Verantwortung von Muter und Vater für die Kinder." Davon habe sich die CDU 2010 mit ihrem neuen Grundsatzprogramm aber mit  Formulierungen wie folgende verabschiedet: „Wir spielen verschiedene Familienmodelle und Lebensentwürfe nicht gegeneinander aus." Die Familie sei damit entwertet worden. Ohne ein Familienmodell mit Vätern und Müttern als Leitprinzip gingen nicht nur einzig wichtige Erziehungsleistungen verloren, sondern auch weitere wichtige Funktionen für die Gesellschaft, so die der Pflege von Angehörigen.

Aber es würden noch ganz andere Werte in der Union aufgegeben, wie der Fall Theodor zu Guttenberg deutlich mache. Guttenberg habe „Mitleid als Familienvater erheischt", statt von vornherein dafür gerade zu stehen, mit „gestohlenem geistigen Eigentum" sich Vorteile „erschlichen" zu haben. „Das schlimmste" aber, so Burr weiter, sei das Verhalten der Unionsspitze gewesen: „Der Übeltäter wurde gedeckt, Schutzbehauptungen geglaubt und übernommen, selbst Skeptiker ordneten sich unter: Gruppensolidarität aufgrund von Merkels Äußerungen". Die CDU habe einen „Schaden für die politische Kultur" angerichtet, die „Verbindlichkeit ethischer Wertmaßstäbe fallen lassen". Aber auch die politischen Gegner der CDU kritisierte Burr. Diese hätten „herumgehackt"; „nicht Werte wurden eingefordert", sonder lediglich ein „Er muss gehen." Das sei zu wenig für die Zukunft des Landes, die auf „tragfähige Werte bauen" müsse.

Anschließend stellte sich die Landtagskandidatin der AUF-Partei für den Breisgau, die Großhandelskauffrau Hildegard Stöber aus Iffezheim vor. Sie berichtete von ihrer Ortsbesichtigung in Ihringen, um sich ein Bild von der Notwendigkeit des Weiterbaus der B 31 West zu machen und erteilte unter diesem Eindruck der Position der Grünen eine klare Absage. „Ihringen", so Stöber, „kann eine Verkehrsentlastung gebrauchen". Ersatzkandidatin der AUF-Partei im Wahlkreis ist Martina Kempf, Juristin und geprüfte „Umweltschutzexpertin Europa" aus Breisach.

Dieter Burr ist im Wahlkreis 06 (Leonberg) Kandidat für die Landtagswahl.

 

 

Familien unterstützen statt zerstören

Reinhard Küspert - beim Kleben von Wahlplakaten

AUF-Partei im Breisgau für Wechsel in der Familienpolitik / Spätabtreibungen kritisiert

Zu einem Themenabend hatte die AUF-Partei im Wahlkreis Breisgau am vergangenen Sonntag, den 13. März, nach Eichstetten eingeladen. Der in Lörrach lebende Pfarrer im Ruhestand, Reinhard Küspert, referierte über den Schutz der Ungeborenen und die Folgen der Krippenpolitik für Kleinkinder. Küspert betonte eingangs, selbst Vater eines Down-Syndrom-Kindes zu sein, an dem er "sehr viel Freude" habe. Dass heute Down-Syndrom-Kinder noch bis kurz vor der Geburt mit einer Spritze getötet würden sei unfassbar für die heutige Zeit. „Mappus müsste aufschreien bei der Spätabtreibung, wenn er Christ wäre", sagte Küspert mit Blick auf den Landtagswahlkampf.

Es habe sich bis tief in die CDU hinein eine Ideologie durchgesetzt, bei der das Frausein einseitig über die Karriere definiert und das Muttersein entwertet werde. Im Zuge dessen würden Kinder schon unter drei Jahren in Kinderkrippen gegeben. Aber das sei nach Auffassung von Kinderpsychologen riskant, weshalb über entsprechende Risiken wie nervöse Unruhe, Konzentrationsschwäche und leichtere Anfälligkeit für Süchte aufgeklärt werden müsse. Doch auch davon sei die Union noch weit entfernt. Küspert machte in diesem Zusammenhang deutlich, „es geht nicht um linke oder rechte Ideologie, sondern um die Anerkennung wissenschaftlich gestützter Fakten". Er zitierte aus einem Interview mit dem Kinderpsychologen Wolfgang Bergmann, der in Hannover das Institut für Kinderpsychologie und Lerntherapie betreibe. Denn Bergmann habe auf die Frage, ob 1.200 Euro pro Kinderkrippenplatz nicht sinnvoller für ein Erziehungsgehalt verwendet werden sollten, mit einem eindeutigen „Ja" beantwortet. Hier setze das familienpolitische Programm der AUF-Partei an.

Die von UNO und EU forcierten „Gender Mainstream"-Programme würden von der Politik in Deutschland bereitwillig aufgenommen, bedeuteten aber nichts anderes als die biologische Geschlechter-Identität von Mann und Frau zu ignorieren. Mutter und Kind etwa stünden nicht in einem geschlechtsneutralen Verhältnis. Es handle sich um eine Symbiose schon im Mutterleib, die für die seelische und körperliche Entwicklung unersetzlich sei. Die Adoption von Kindern durch gleichgeschlechtliche Paare sei eine Frucht dieser Kampagnen und würde den Kindern die für ihre Entwicklung wichtige Orientierung nehmen, wie Küspert unter erneutem Rückgriff auf Bergmann referierte. Die „Gender"-Programme seien also nicht nur sinnlos, sondern schädlich und obendrein teuer.

Noch sei es nicht zu spät, dem gesellschaftlichen Verfall Einhalt zu gebieten, den die vorherrschende Familienpolitik wie in jugendlichem Leichtsinn forciere. Die Wahl zwischen CDU/FDP oder SPD/Grüne sei vor diesem Hintergrund keine wirkliche Wahl, sondern nur eine zwischen graduellen Unterschieden. „Jede Stimme für die Altparteien ist eine verschenkte, eine für AUF eine für einen Politikwechsel, der diesen Namen verdient", wie Küspert seinen Vortrag schloss und Gelegenheit zur Diskussion gab.

 

 

Mit neuer Spitze und programmatischen Akzenten Richtung Landtagswahl

Weinstadt: Beim Landesparteitag der AUF-Baden-Württemberg am 13. März 2010 hat der Landesverband einen neuen Landesvorstand gewählt und programmatisch die Weichen für die Teilnahme an den im nächsten Jahr stattfindenden Landtagswahlen gestellt. Zum neuen Vorsitzenden wurde der Kirchheimer Unternehmer Kuno Gerst gewählt.

In einem gut funktionierenden Team "tauschten" der Unternehmer Kuno Gerst und der frühere Regionalrat Helmut Staiger (beide Kirchheim/Teck) die Positionen. Gerst ist Landesvorsitzender, Staiger sein erster Stellvertreter. Der technische Angestellte Bogdan Mulec aus Holzgerlingen bei Böblingen wurde zum zweiten Stellvertreter gewählt. Landesschatzmeister ist der Finanzberater Christoph Scheel (Weingarten bei Karlsruhe). Als Beisitzer wurden der Sozialarbeiter Georg Schefczyk (Stockach), der Bürokaufmann Jens Tellbach (Kehl) und der Arzt und frühere Gemeinderat Dr. Andreas Weidling aus Böblingen gewählt.

Den Teilnehmerinnen und Teilnehmern wurden die Entwürfe der fünf Bereiche des Landtagswahlprogramms präsentiert. Schwerpunkt der Diskussion bildete die Familien- und Bildungspolitik. Die AUF-Partei plädiert für die Stärkung und finanzielle Unterstützung von Familien und Alleinerziehenden durch Einführung eines Erziehungsgehalts. Der Arzt und Gemeinderat der Christlichen Initiative Backnang, Dr. Lutz Schweizer, unterstrich: „Beim Rechtsanspruch auf Betreuung für die unter 3-jährigen wird von öffentlicher Seite zu sehr auf die staatliche Betreuung in Tagesstätten der Schwerpunkt gesetzt. Da läuft etwas schief. Nicht nur die Bibel, auch wissenschaftliche Studien zeigen, dass der Mensch - besonders bis zum dritten Lebensjahr - zum gesunden Wachstum ein Gegenüber braucht, eine Bindung und eine langfristige, dauerhafte Beziehung."

Bei der Bildung ist für die AUF-Partei ein verpflichtender Kindergartenbesuch, die Verlängerung der bisherigen Grundschulzeit auf sechs Jahre und die Wiedereinführung von G9 ein Diskussionsthema.

Auch die unverantwortliche Schuldenpolitik, die Infragestellung des Wirtschaftswachstums und die verkaufsoffenen Sonntage im Land standen auf der Tagesordnung.

Neben zahlreichen Mitgliedern waren einige Interessenten anwesend, die sehr engagiert mitdiskutierten und sich teilweise noch während der Veranstaltung der Partei anschlossen. Ziel der AUF-Partei ist die Besetzung möglichst vieler Wahlkreise bei der Landtagswahl 2011. ImFebruar war der AUF-Kreisverband Esslingen-Göppingen gegründet worden. Dessen Kreisvorstand beschloss am Dienstag, in den beiden Wahlkreisen Kirchheim und Nürtingen im April die Kadidaten für die Landtagswahl aufzustellen.

Bilder (von oben nach unten): Kuno Gerst, Helmut Staiger, Gastredner Dr. Schweizer, Pastor Mayer (Gastgeber), Plenum

AUF – Partei für Arbeit, Umwelt und Familie in Baden-Württemberg nimmt Landtagswahl 2011 ins Visier

Am letzten September-Wochenende führte der baden-württem-bergische Landesverband der AUF-Partei für Arbeit, Umwelt und Familie - Christen für Deutschland in Karlsruhe seinen Landesparteitag durch. Er begann am Freitagabend mit einer öffentlichen Veranstaltung, in der der Bundesvorsitzenden Dr. Peter Schneider die Vision der AUF-Partei für Deutschland mit den Schwerpunkten Arbeit, Umwelt und Familie aufzeigte. Am Samstag wagte der katholische Radio- und Fernsehmoderator Michael Ragg eine Bestandsaufnahme des gesellschaftlichen Engagements der Christen in Deutschland. Er ermutigte sie zu gleichermaßen mutiger wie qualifizierter Mitarbeit in der Politik auf der Basis eines christlichen Leitbildes. Als eines der wichtigsten landespolitischen Themen stellte eine frühere Hauptschullehrerin die Situation an dieser Schulart dar und forderte eine individuellere Betreuung der Schüler, frühzeitigere Sprachförderung und eine Aufwertung der Hauptschule. Familienpolitisch ist nach Ansicht der AUF-Partei die Einführung eines steuer- und sozialversicherungspflichtigen Erziehungsgehaltes dringend nötig.

In seinem Vorstandsbericht zeigte der Landesvorsitzende Helmut Staiger die Wahlerfolge bei der Europawahl in den mitgliederstarken Gebieten im Ländle auf und gab die Einweihung der Bundesgeschäftsstelle in Kirchheim/Teck bekannt. Dort ist auch die Landesgeschäftsstelle untergebracht.

Am Nachmittag wurde der Landesvorstand mit dem Arzt Markus Briem (Backnang) und Christoph Scheel aus Weingarten bei Karlsruhe erweitert. Er war bis vor einem Jahr stellvertretender Verwaltungsdirektor eines evangelischen Krankenhauses. Damit gehören dem nunmehr achtköpfigen Landesvorstand Mitglieder aus katholischer und evangelischer Kirche sowie aus Freikirchen an. Im Sommer hatten sich die Mitglieder des Landesverbandes ohne Gegenstimme für die Teilnahme an der Landtagswahl 2011 ausgesprochen. Der stellvertretende Landesvorsitzende Samuel Gebert (Müllheim bei Freiburg) nannte als Teile der Strategie bis zur Landtagswahl die programmatische Arbeit, den Aufbau von Kreisverbänden, die Mitgliederwerbung und öffentliche Veranstaltungen in verschiedenen Regionen des Landes zur Vorstellung der Partei. Nach der Einsetzung der Landesprogrammkommission wurde der erste Teil konkret in der Bildung von sechs Arbeitsgruppen, die in den nächsten Monaten das Wahlprogramm erarbeiten werden. Inhaltlich beschäftigen Sie sich unter anderen mit den Bereichen Familie-Lebensrecht-Bildung-Gesundheit, Wirtschaft und Arbeit, Sicherheit-Polizei-Justiz sowie Umweltschutz-Energie-Verkehr.